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SGL Group mit Halbjahres-Überschuss

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SGL Group mit Halbjahres-Überschuss

  • Q2/2009 Ergebnisse wie prognostiziert auf Niveau von Q1/2009
  • Positiver Halbjahresüberschuss von 23 Mio. € trotz globaler Wirtschaftskrise (H1/2008: 99 Mio. €)
  • Umsatz 584 Mio. € (nach 735 Mio. € in H1/2008)
  • EBIT erreicht 57 Mio. €, Umsatzrendite damit bei 10 % (H1/2008: 21 %)
  • Eigenkapitalquote bei 42 %, Verschuldungsgrad bei 0,5
  • Weiterhin Verbesserung im 2. Halbjahr erwartet

Wiesbaden, 6. August 2009. Die SGL Group – The Carbon Company – hat das zweite Quartal wie prognostiziert auf Niveau des ersten Quartals abgeschlossen. Der Nachsteuergewinn hat sich im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal 2009 sogar leicht verbessert (Q2/2009: 14,4 Mio. €; Q1/2009: 8,7 Mio. €). Vor allem aufgrund des anhaltend starken Lagerabbaus und den dramatischen Produktionskürzungen in der Stahlindustrie, die zu einer deutlich geringeren Nachfrage nach Graphitelektroden im Geschäftsbereich Performance Products geführt haben, ist der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2009 um 20 % auf 584 Mio. € zurückgegangen (1. Halbjahr 2008: 735 Mio. €). Das EBIT sank um 63 % auf 57,3 Mio. € (1. Halbjahr 2008: 152,6 Mio. €), was einer Konzernumsatzrendite von 10 % (1. Halbjahr 2008: 21 %) entspricht. Nachhaltige Kosteneinsparungen von 11 Mio. € im Rahmen der SGL-Excellence-Initiative konnten die konjunkturbedingten Belastungen aus Umsatz- und Produktionsrückgängen sowie die hohen Anlaufkosten für neue Produktionsanlagen nur teilweise kompensieren. Die angekündigten weiteren Kostensenkungsmaßnahmen haben zu zusätzlichen Einsparungen von rund 15 Mio. € geführt.

Robert Koehler, Vorstandsvorsitzender der SGL Group: „Trotz des 20-prozentigen Umsatzrückgangs haben wir im ersten Halbjahr die EBIT-Marge von 10 Prozent halten können. Das ist unter den gegebenen außergewöhnlichen wirtschaftlichen Umständen eine positive Bestätigung unseres Geschäftsmodells. Wie indiziert, mehren sich nun die Anzeichen, dass in einigen Kundenindustrien – insbesondere der Stahlindustrie – der Lagerabbau abgeschlossen ist und sich die Produktion wieder belebt. Daher erwar-ten wir weiterhin eine Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte. Unabhängig davon ist eine Nachhaltigkeit dieser Erholung noch nicht abzusehen. Darüber hinaus ist für gewisse Spätzykliker die Lagerabbauphase noch nicht beendet.“

Nachsteuergewinn trotz Wirtschaftskrise
Das Finanzergebnis belief sich auf -24,8 Mio. € (1. Halbjahr 2008: -16,3 Mio. €). Das Ergebnis vor Ertragsteuern hat sich um 76 % auf 32,5 Mio. € (1. Halbjahr 2008:136,3 Mio. €) deutlich vermindert. Der Steueraufwand belief sich auf 9,0 Mio. € (1. Halbjahr 2008: 37,0 Mio. €) und entsprach damit einer Steuerquote von 27,7 % (1. Halbjahr 2008: 27,1 %). Trotz der dramatischen Ausmaße der Wirtschaftskrise konnte ein positiver Nachsteuergewinn von 23,1 Mio. € erreicht werden (1. Halbjahr 2008: 99 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 0,35 € (1. Halbjahr 2008: 1,54 €).

Eigenkapital angestiegen, Verschuldungsgrad bei 0,5
Das deutlich niedrigere Ergebnisniveau spiegelt sich im operativen Cashflow von -9,5 Mio. € (1. Halbjahr 2008: 92,9 Mio. €) wider. Auch aufgrund anhaltend hoher In-vestitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände von 76,1 Mio. € (1. Halbjahr 2008: 86,0 Mio. €) lag der Free Cashflow bei -92,7 Mio. € (1. Halbjahr 2008: 4,0 Mio. €). Die Nettofinanzschulden erhöhten sich zum 30. Juni 2009 vor allem wegen der Investitionen insbesondere für den Aufbau des Werks in Malaysia um 93,7 Mio. € auf 426,3 Mio. €. Das Eigenkapital stieg um 60.8 Mio. € auf 828,6 Mio. €. Damit liegt die Eigenkapitalquote bei 41,7 % (31. Dezember 2008: 42,5 %). Der Verschuldungsgrad liegt mit 0,5 weiterhin innerhalb der Unternehmensvorgabe.

Wandelanleihe erfolgreich platziert
Zum 30. Juni 2009 wurde die Emission einer Wandelanleihe in einem Volumen von 190 Mio. €, einem Coupon von 3,5 % p.a. und einer Laufzeit von 7 Jahren begeben. Die Wandelanleihe ist in ca. 6,5 Mio. nennwertlose Stückaktien der SGL Carbon SE wandelbar. Die Emission wurde institutionellen Investoren außerhalb der USA im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens zum Kauf angeboten. Auch Ankerinvestoren haben sich an der Emission beteiligt. Es ist geplant, die Emissionserlöse aus der Wandelanleihe insbesondere für beschleunigte Expansions- und Investitionspläne im Geschäftsfeld Advanced Materials, das am stärksten von der wachsenden Nachfrage nach alternativen Energieträgern profitiert, und für die Entwicklung neuer Technologien einzusetzen. Um am Wachstum der Kundenindustrien Solar- und Windenergie, Energiespeicherung (z.B. Lithium-Ionen-Batterien) sowie Luft- und Raumfahrt partizipieren zu können, ist mittelfristig ein weiterer Auf- und Ausbau der Kapazitäten geplant.

Segmentberichterstattung

Performance Products (PP)
Lagerabbau und Produktionskürzungen der Stahlindustrie haben sich aufgrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im 2. Quartal fortgesetzt, so dass die Nachfrage nach Graphitelektroden auf dem niedrigen Niveau des ersten Quartals verblieb. Entsprechend verminderte sich der Umsatz des Geschäftsbereichs Performance Products im 1. Halbjahr 2009 um 38 % auf 273,5 Mio. € (1. Halbjahr 2008: 441,1 Mio. €), obwohl für alle Produktlinien ein großer Teil der Kostensteigerungen über höhere Verkaufspreise weitergegeben werden konnten. Währungsbereinigt entspricht dies einem Umsatzrückgang um 40 %.

Höhere Verkaufspreise und Kosteneinsparungen von 5 Mio. € konnten die Ergebniseinflüsse aus Umsatz- und Produktionsrückgängen teilweise kompensieren. Verbunden mit Aufwendungen für die Inbetriebnahme des neuen Werks in Malaysia reduzierte sich das EBIT überproportional zum Umsatz um 49 % auf 72,4 Mio. € (1. Halbjahr 2008: 141,4 Mio. €). Die Umsatzrendite des Geschäftsbereichs Performance Products konnte durch die nach wie vor zufriedenstellende Nachfrage nach Kathoden, Hochofenauskleidungen und Kohlenstoffelektroden mit 26,5 % auf einem hohen Niveau gehalten werden. Die höheren Rohstoffkosten – insbesondere für Nadelkoks – bei Graphitelektroden dürften sich ab dem zweiten Halbjahr im vollen Umfang auf die Marge niederschlagen, dennoch wird erwartet das mittelfristige Mindestrenditeziel von 20 % auch im Krisenjahr 2009 übertreffen zu können.

Ungeachtet des Aufbaus des neuen Werks in Malaysia hat die SGL Group die Produktion von Graphitelektroden zeitnah an den niedrigeren Bedarf angepasst. Es wird für das Gesamtjahr mit einem Nachfragerückgang von annähernd 50 % gegenüber dem Bedarf des Vorjahres ausgegangen. Es mehren sich allerdings die Anzeichen, dass der Lagerabbau in der Stahlindustrie zum Ende gekommen ist, und die Stahlproduktion im zweiten Halbjahr wieder steigen wird.

Graphite Materials & Systems (GMS)
Der Umsatz des Geschäftsbereichs Graphite Materials & Systems stieg im 1. Halbjahr 2009 um 1 % auf 199,3 Mio. € (1. Halbjahr 2008: 197,4 Mio. €). Währungsbereinigt ergab sich jedoch ein leichter Rückgang von 4 %. Die weiterhin gute Entwicklung der Geschäftslinie Prozesstechnologie sowie eine einmalige größere Projektabrechnung konnten die bereits beginnende Abschwächung im Industriegeschäft teilweise auffangen.

Infolgedessen ging das EBIT trotz Einsparungen von 3 Mio. € um 23 % auf 23,2 Mio. € zurück (1. Halbjahr 2008: 30,2 Mio. €). Dies war zusätzlich beeinflusst durch Währungsverluste aus Kurssicherungsgeschäften im 1. Quartal 2009, die durch die oben erwähnte Projektabrechnung im 2. Quartal 2009 teilweise kompensiert werden konnten. Die Umsatzrendite beträgt damit für das 1. Halbjahr 2009 rund 12 % (1. Halbjahr 2008: 15 %).

In den vergangenen sechs Monaten konnte der Geschäftsbereich GMS noch vom hohen Auftragsbestand aus dem Vorjahr zehren, der vor allem aus der Chemiebranche sowie aus dem Geschäft mit der Solarindustrie und den Lithium-Ionen-Batterien stammt. Da das Geschäft mit Graphitspezialitäten aufgrund der langen Produktionsdauer von bis zu sechs Monaten zu den typischen Spätzyklikern wirtschaftlicher Entwicklungen zählt und der Auftragseingang sich seit dem Jahresbeginn zunehmend schleppend entwickelt, ist für das zweite Halbjahr eine Abschwächung gegenüber dem ersten Halbjahr zu erwarten, die durch verlängerte Werksferien der Kundenindustrien insbesondere das dritte Quartal betreffen wird.

Carbon Fibers & Composites (CFC)
Ende Mai 2009 hat die SGL Group die Übertragung der Aktivitäten im Bereich Carbon-Keramik-Bremsscheiben in ein 50-50 Joint Venture mit Brembo abgeschlossen. Um eine Vergleichbarkeit herzustellen, wurden die Vorjahreswerte des Geschäftsbereichs Carbon Fibers & Composites um das Bremsscheibengeschäft bereinigt. Der Geschäftsbereich besteht nun aus den vier Geschäftslinien Carbon Fibers, Composite Materials, Composite Components (SGL Rotec und Benteler SGL) und Aerospace Structures (HITCO). Das Zusammenführen der Bremsscheibenaktivitäten entspricht der Strategie der SGL Group, im Komponentenbereich Verbindungen mit Partnern einzugehen, die erfolgreich als Erstausrüster oder Hauptzulieferer in ihren Zielmärkten Luftfahrt, Energie und Automobilindustrie tätig sind.

Der Auf- und Ausbau des Wachstumsgeschäfts Carbon Fibers & Composites erforderte weiterhin hohe Vorleistungen und Anfahrkosten, bzw. -verluste. Darüber hinaus ist der Markt für Carbonfasern derzeit aufgrund der mehrfachen Verschiebungen von neuen Flugzeugprojekten, verzögerten Neuinvestitionen im Bereich Windenergie sowie einer rückläufigen Nachfrage im Sport- und Konsumbereich, mit einer temporären Überkapazität und einem damit einhergehenden verstärkten Wettbewerb konfrontiert, der sich vorübergehend auch negativ auf Preise und Mengen auswirkt.

Dennoch konnte im 1. Halbjahr 2009 der Umsatz im Geschäftsbereich Carbon Fibers & Composites um 37 % auf 101,7 Mio. € gesteigert werden (1. Halbjahr 2008: 74,4 Mio. €). Währungsbereinigt entspricht dies einem Anstieg um 32 %, der auf die erhöhten Absatzvolumina bei Composite Components in Verbindung mit der Konsolidierung der SGL Rotec zurückzuführen ist. Das EBIT sank, bedingt durch erhöhte Abschreibungen und Anlaufkosten in Verbindung mit den neuen Carbonfaseranlagen, hohe Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie akquisitionsbedingte Aufwendungen aus der Kaufpreisallokation und Integrationskosten auf -13,2 Mio. € (1. Halbjahr 2008: 4,9 Mio. €). Die Einsparungen aus der SGL-Excellence-Initiative des Unternehmens lagen im Berichtszeitraum bei 3 Mio. €.

Zur Umsatzausweitung im 1. Halbjahr 2009 haben insbesondere die Verbundwerkstoffe geführt, die nach wie vor von den expansiven Branchen Windenergie sowie Luft- und Raumfahrt nachgefragt werden. Das vergleichbare Umsatzwachstum wird sich im zweiten Halbjahr abschwächen, unter anderem auch da SGL Rotec erstmals im vierten Quartal 2008 konsolidiert wurde. Es bleibt dennoch das Ziel des Unternehmens, auch im schwierigen Jahr 2009 seinen Umsatz in diesem Geschäftsbereich – wie bereits im ersten Halbjahr – um mehr als 15 % zu steigern. Wie schon im zweiten Quartal wird sich das EBIT bei CFC im weiteren Jahresverlauf sukzessiv verbessern. Wesentliche Gründe hierfür sind die im Jahresverlauf abnehmenden Anlaufkosten bei den neuen Carbonfaserlinien sowie die steigende Kapazitätsauslastung bei HITCO, die Carbonfaserbauteile für die Flugzeugindustrie fertigt.

Ausblick
Ausgelöst durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise und der damit einhergehenden mangelnden Visibilität ist die SGL Group – entgegen ihrer üblichen Praxis – ohne einen quantitativen Ausblick in das Jahr 2009 gestartet. Lediglich ein niedrigerer Konzernumsatz und ein dazu überproportionaler Rückgang im Betriebsergebnis konnte anlässlich der Bilanzpressekonferenz am 18. März 2009 in Aussicht gestellt werden. Präzisiert werden konnte dieser Ausblick im April 2009 insoweit, dass der drastische Lagerabbau insbesondere in der Stahlindustrie im zweiten Halbjahr zum Stillstand kommen sollte und danach eine technische Erholung einsetzen werde, so dass ein zweites Halbjahr erwartet wird, das sich besser als das erste Halbjahr entwickeln sollte.

Die Tatsache, dass sämtliche Stahlhersteller sowie -verarbeiter nun niedrigere Lagerbestände sowohl in Stahlerzeugnissen als auch in deren Vorprodukten wie z.B. bei Graphitelektroden melden und eine steigende Kapazitätsauslastung erwarten, bestätigt die Einschätzung der SGL Group. Daher erwartet die SGL Group nach wie vor eine Verbesserung im 2. Halbjahr 2009. Aufgrund der verlängerten Sommerpause bei vielen Kunden wird sich die Erholung allerdings erst sukzessiv im Jahresverlauf verstärken.

Oberste Priorität in diesem Umfeld genießt nach wie vor der Verschuldungsgrad von etwa 0,5. An dieser Kennzahl wird weiterhin das Investitionsprogramm ausgerichtet. Es wird davon ausgegangen, dass die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände im Gesamtjahr 2009 leicht unter 200 Mio. € liegen werden. Die genaue Höhe wird durch den Verschuldungsgrad von 0,5 sowie den Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit definiert.

 

Wichtige Kennzahlen der SGL Group
(in Mio. €)

 Erstes Halbjahr 2009Erstes Halbjahr 2008Veränderung
Umsatz584,2735,1-20,5 %
Bruttoergebnis vom Umsatz170,5266,8-36,1 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)86,9177,3-51,0 %
Betriebsergebnis (EBIT) 57,3152,6-62,5 %
Umsatzrendite (ROS)19,8 %20,8 %-
Periodenergebnis der Anteilseigner23,199,0-76,7 %
Ergenbis je Aktie, unverwässert (in €)0,351,54-77,3 %

 30. Juni 200931. Dezember 2008Veränderung
Bilanzsumme1.974,61.795,910,0 %
Eigenkapital der Anteilseigner823,6763,37,9 %
Nettofinanzschulden426,3332,628,2 %
Verschuldungsgrad (Gearing)20,520,44-
Eigenkapitalquote341,7 %42,5 %-

1 EBIT zu Umsatz
2 Nettofinanzschulden zu Eigenkapital der Anteilseigner
3 Eigenkapital der Anteilseigner zur Bilanzsumme

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