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SGL Group startet umfangreiches Kostensenkungsprogramm „SGL2015“ als Reaktion auf schwache Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2013

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SGL Group startet umfangreiches Kostensenkungsprogramm „SGL2015“ als Reaktion auf schwache Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2013

Halbjahresbericht 2013

  • Umsatzanstieg um 2 % auf 828 Mio. €
  • EBITDA vor Sondereffekten minus 38 % auf 67 Mio. €
  • Sonderbelastungen ermittelt gemäß IFRS von 222 Mio. €
  • Free Cashflow von minus 172 Mio. € auf minus 46 Mio. € signifikant verbessert
  • Prognoseanpassung vom 27.6.2013 für Gesamtjahr 2013 wegen verstärktem Wettbewerbsdruck aus Asien und fehlender Geschäftsbelebung im 2. Halbjahr: EBITDA 50 % bis 60 % unter vergleichbarem Vorjahreswert von 240 Mio. €
  • Vorstand legt umfangreiches Kostensenkungsprogramm „SGL2015“ auf

Wiesbaden, 8. August 2013. Die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2013 verlief insgesamt schwächer als erwartet. Der Konzernumsatz stieg leicht um 2 % auf 828,2 Mio. €. (H1/2012: 809,8 Mio. €); bereinigt um den Umsatzbeitrag des 2012 akquirierten portugiesischen Textilfaserherstellers Fisipe wäre jedoch ein leichter Rückgang ausgewiesen worden. Aufgrund der schwächeren Ergebnislage in allen drei Geschäftsfeldern sank das EBITDA vor Sondereffekten um 38 % auf 67,3 Mio. € (H1/2012: 108,2 Mio. €). Das entspricht einer EBITDA-Marge von 8,1 % (H1/2012: 13,4 %). Das Konzern-EBIT vor Sondereffekten verminderte sich entsprechend auf 25,6 Mio. € (H1/2012: 69,9 Mio. €).

Robert Koehler, Vorstandsvorsitzender der SGL Group: „Die Kombination aus einem zyklischen Abschwung in vielen unserer Kundenindustrien, temporären Überkapazitäten insbesondere in unseren Geschäften mit Graphitelektroden und Graphitspezialitäten sowie Verzögerungen in der Entwicklungs- und Anlaufphase des Geschäftsfelds Carbon Fibers & Composites erfordert eine zügige Reaktion auf das veränderte Markt- und Wettbewerbsumfeld. Deshalb haben wir nun mit ‚SGL2015’, ein umfangreiches konzernweites Kostensenkungsprogramm aufgelegt, um wie bereits angekündigt konsequent gegenzusteuern.“

Aufgrund von nach IFRS notwendigen Impairment-Tests für Sachanlagen und Goodwill mussten im zweiten Quartal 2013 im Geschäftsfeld CFC nicht zahlungswirksame negative Sondereffekte im Zusammenhang mit Wertberichtigungen von insgesamt 153,2 Mio. € realisiert werden. Das Vorsteuerergebnis betrug daher minus 164,3 Mio. € (H1/2012: 40,0 Mio. €) und das Ergebnis nach Steuern minus 243,0 Mio. € (H1/2012: 23,0 Mio. €). Hierin sind steuerliche Sonderaufwendungen von 68,7 Mio. € enthalten. Auf Basis einer durchschnittlichen Aktienanzahl von 70,8 Mio. Aktien sank das unverwässerte Ergebnis je Aktie auf minus 3,43 € (H1/2012: 0,33 €).

Free Cashflow deutlich verbessert – Sondereffekte prägen Bilanzpositionen
Zum 30. Juni 2013 verringerte sich die Bilanzsumme aufgrund der Sondereffekte im Geschäftsfeld CFC, Währungseffekten, Abschreibungen auf latente Steuern und der Rückzahlung der im Mai 2013 fälligen Wandelanleihe um 16 % auf 2.150,7 Mio. € (31. Dezember 2012: 2.559,7 Mio. €). Die Sondereffekte führten auch zu einem Rückgang des Eigenkapitals auf 797,0 Mio. € (31. Dezember 2012: 1.067,0 Mio. €) und der Eigenkapitalquote auf 37,1 % (31. Dezember 2012: 41,7 %). Die liquiden Mittel sanken durch die Rückzahlung der im Mai 2013 fällig gewordenen Wandelanleihe deutlich. Die Nettofinanzschulden erhöhten sich insgesamt auf 519,8 Mio. € (31. Dezember 2012: 459,3 Mio. €). Entsprechend lag der Verschuldungsgrad (Gearing) zum 30. Juni 2013 mit 0,65 oberhalb der Zielgröße von rund 0,5. Der Free Cashflow verbesserte sich dagegen signifikant durch Einsparungen beim Nettoumlaufvermögen und niedrigerer Investitionen auf minus 46,4 Mio. € (H1/2012: minus 171,6 Mio. €). Der Free Cash Flow des Vorjahres war auch von der Fisipe Akquisition geprägt.

Segmentberichterstattung

Performance Products (PP): Unbefriedigende Preisentwicklung belastet
Vor allem aufgrund der unbefriedigenden Preisentwicklung bei Graphitelektroden verblieb der Umsatz im Geschäftsfeld PP im ersten Halbjahr mit 420,1 Mio. € nahezu auf dem Vorjahresniveau (H1/2012: 413,1 Mio. €). Das EBITDA in der Berichtsperiode sank um 20 % auf 74,4 Mio. € (H1/2012: 93,1 Mio. €). Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen gestiegene Faktorkosten bei gleichzeitigem Preisdruck. Die EBITDA-Marge entsprach damit 17,7 % (H1/2012: 22,5 %). Die Einsparungen aus der SGL Excellence Initiative beliefen sich auf rund 6 Mio. €.

Graphite Materials & Systems (GMS): Konjunkturzyklus bremst Geschäft
Der Umsatz im Geschäftsfeld GMS sank im ersten Halbjahr um 17 % auf 210,1 Mio. € (H1/2012: 252,8 Mio. €). Dabei hatte die Vorjahresperiode H1/2012 teilweise noch von einem hohen Auftragsbestand aus 2011 profitiert. Während der Umsatz im Geschäftsbereich Process Technology das Vorjahresniveau erreichte, verzeichnete Graphite Specialties ein Umsatzminus von 20 %. Die bereits seit längerem rückläufige Entwicklung der Nachfrage aus den Solar-, Halbleiter- und LED-Industrien hat sich fortgesetzt. Darüber hinaus hat sich konjunkturbedingt nun auch der Auftragseingang in den bisher sehr stabilen industriellen Anwendungen stark abgeschwächt. Dieser zyklische Rückgang hinterließ deutliche Spuren im Ergebnis, da die Produktion aufgrund des niedrigen Auftragsbestands und zur Reduzierung der Lagerbestände gezielt zurückgenommen wurde. Vornehmlich aufgrund der daraus resultierenden fehlenden Fixkostenabsorption, aber auch durch einen verstärkten Wettbewerb mit entsprechendem Preisdruck, sank das EBITDA auf 21,5 Mio. € (H1/2012: 49,1 Mio. €). Die EBITDA-Marge lag bei 10,2 % (H1/2012: 19,4 %). Die Kosteneinsparungen aus der SGL Excellence Initiative beliefen sich auf rund 3 Mio. €.

Carbon Fibers & Composites (CFC): Umsatz legt weiter zu
Der Umsatz im Geschäftsfeld CFC stieg im ersten Halbjahr 2013 um 37 % auf 195,8 Mio. € (H1/2012: 142,9 Mio. €). Allerdings entfallen 16 %-Punkte (H1/2013: 59,0 Mio. €) des Wachstums auf die Konsolidierung des 2012 übernommenen portugiesischen Acrylfaserherstellers Fisipe. Das vergleichbare Umsatzwachstum von 21 % ist vor allem auf den höheren Umsatz des Geschäftsbereichs Rotor Blades (RB) zurückzuführen.

Das EBITDA von CFC betrug im Berichtszeitraum minus 11,3 Mio. € (H1/2012: minus 8,7 Mio. €), was zu einer EBITDA-Marge von minus 5,8 % führte (H1/2012: minus 6,1 %). Das negative Ergebnis ist im Wesentlichen auf die anhaltend niedrige Kapazitätsauslastung bei Carbonfasern zurückzuführen, die weiterhin von der durch Projektverschiebungen bedingten niedrigeren Materialnachfrage aus der Windindustrie sowie anderen industriellen Anwendungen belastet ist. Bei Rotor Blades (RB) hat sich die Lage hingegen verbessert, da die Produktivität und die Kapazitätsauslastung dank des Neugeschäfts erhöht werden konnte, was sich jedoch noch nicht in einem höheren Carbonfaser- und Composites-Verbrauch niederschlägt. Wie schon im Jahresabschluss 2012 haben auch im ersten Halbjahr 2013 Verschiebungen bei den Auslieferungen der Aufträge für die Boeing 787 und den Joint Strike Fighter (F-35) zu einer unbefriedigenden Kapazitätsauslastung im Bereich Aerostructures (HITCO) geführt.

Als Folge der Impairment-Tests für Sachanlagen und Goodwill wurden im zweiten Quartal 2013 nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen in Höhe von 153,2 Mio. € im CFC-Ergebnis gebucht. Die Einsparungen aus der SGL Excellence Initiative beliefen sich auf rund 4 Mio. €.

Der nicht im konsolidierten Konzernumsatz der SGL Group enthaltene Umsatz der At-Equity bilanzierten Beteiligungen innerhalb von CFC erhöhte sich leicht auf 72,6 Mio. € (H1/2012: 69,5 Mio. €, jeweils 100 % der Werte der Gesellschaften). Die im Finanzergebnis ausgewiesenen anteiligen Verluste sind im Wesentlichen auf Anlaufkosten im Joint Venture Benteler-SGL sowie im Joint Venture mit BMW für Carbonfasern und Gelege (SGL ACF) im Zusammenhang mit der Markteinführung des neuen BMW i3 zurückzuführen.

Ausblick 2013
Aufgrund der negativen Entwicklungen in den Geschäftsfeldern, insbesondere des verstärkten Wettbewerbsdrucks aus Asien und der fehlenden Geschäftserholung im zweiten Halbjahr 2013, wurde die Prognose für das Gesamtjahr 2013 wie am 27. Juni dieses Jahres kommuniziert angepasst. Demnach wird das Konzern-EBITDA 50 % bis 60 % unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 240 Mio. € erwartet. Vor allem aufgrund reduzierter Erwartungen bei PP und GMS dürfte sich der Konzernumsatz 2013 leicht unter dem Niveau des Vorjahres bewegen.

Im Geschäftsfeld PP rechnet das Unternehmen im Gesamtjahr 2013 vor allem aufgrund des Preisdrucks bei den Graphitelektroden mit einem im Vergleich zum Vorjahr reduzierten Umsatz. Dies wird auf Basis einer nur noch stabilen Mengenentwicklung im Rest des Jahres auch dazu führen, dass die Umsatzrendite im zweiten Halbjahr unter der des ersten Halbjahrs liegen wird.

Auch im Geschäftsfeld GMS wird nicht mit einer Belebung bis zum Jahresende gerechnet, sodass ein verringerter Jahresumsatz verglichen mit dem Rekordjahr 2012 prognostiziert wird. Dies wird ein ebenso geringeres EBITDA sowie eine daraus resultierende EBITDA-Rendite zur Folge haben, die unter dem Mittelfristziel von mindestens 14 % liegen wird.

Im Geschäftsfeld CFC ist mit anhaltenden Projektverzögerungen für die Geschäftsbereiche Carbon Fibers & Composite Materials, Aerostructures und Rotor Blades zu rechnen. Rotor Blades dürfte aufgrund der Akquise neuer Aufträge und interner Optimierungsmaßnahmen die Verluste verringern. Eine Nachfrageerholung bei laufenden Entwicklungsprojekten ist frühestens im vierten Quartal 2013 zu erwarten. Die antizipierte leichte Reduzierung der operativen Verluste im Gesamtjahr 2013 wird daher im Wesentlichen auf interne Optimierungsmaßnahmen zurückzuführen sein. Generell ist CFC nach wie vor von einem starken F&E-getriebenen Substitutionstrend beeinflusst, der zu Verzögerungen bzw. Aufbau-/Entwicklungs- aufwendungen führt, die – bis zur Erreichung einer gewissen Marktreife – teilweise nicht vorhersehbar sind. Die hohen langfristigen Wachstumspotenziale dieses Materialsegments bleiben davon jedoch unberührt.

Das deutlich niedrigere EBITDA führt dazu, dass das für 2013 ursprünglich gesetzte Ziel eines positiven Free Cashflows nicht mehr erreicht werden kann. Aufgrund strikter Ausgabenbegrenzungen vor allem bei Investitionen und beim Umlaufvermögen wird die Verschlechterung beim Free Cashflow allerdings wesentlich geringer ausfallen als beim EBITDA. Die Investitionen werden im laufenden Jahr auf 100 Mio. € begrenzt (bisheriges Ziel: 110 Mio. €). Bedingt durch die CFC Wertberichtigungen sowie die steuerlichen Sonderaufwendungen lag der Verschuldungsgrad (Gearing) im ersten Halbjahr 2013 mit 0,65 über der Zielmarke von ca. 0,5. Die SGL Group strebt an, durch das geplante Maßnahmenpaket wieder einen Verschuldungsgrad von etwa 0,5 zu erreichen.

Substanzielles Kostensenkungsprogramm „SGL2015“ aufgelegt
Um den veränderten Fundamentaldaten Rechnung zu tragen, wird der Vorstand ein umfangreiches globales Kostensenkungsprogramm mit dem Namen „SGL2015“ aufsetzen. Das Programm basiert auf zwei Säulen. Zum einen wird die Organisationsstruktur einer Überprüfung unterzogen, unter anderem Anpassung und Vereinfachung von Geschäftsprozessen sowie Verschlankung von Managementstrukturen. Zum anderen wird das Programm auch Maßnahmen zur Standortrestrukturierung, i.e. mögliche Ausgliederung von Nicht-Kernaktivitäten, Überführung von Aktivitäten in Partnerschaften sowie Verlagerung, Einstellung oder Verkauf von Produktionsteilen) enthalten. Die einzelnen Projekte werden derzeit erarbeitet und werden in die Geschäftsplanung für 2014 einfließen. In diesem Zusammenhang wird auch die etablierte SGL Excellence Initiative eine wesentliche Rolle spielen, um weitere kontinuierliche Effizienzverbesserungen sicherzustellen. Nähere Details zu „SGL2015“ werden zeitnah bekanntgegeben.

Weitere Informationen zur SGL Group und der komplette Bericht zum ersten Halbjahr 2013 können im Internet unter: www.sglgroup.com abgerufen werden.

 

Wichtige Kennzahlen der SGL Group
(in Mio. €)

 H1/2012H1/2012*Veränderung
Umsatz828,2809,82,3 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)167,3108,2-37,8 %
EBITDA-Marge28,1 %13,4 %-
Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereffekten25,669,9-63,4 %
Betriebsergebnis (EBIT)-127,669,9-
Ergebnis vor Ertragsteuern-164,340,0-
Periodenergebnis der Anteilseigner des Mutterunternehmens-243,023,0-
Ergebnis je aktie, unverwässert (in €)-3,430,33-
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen36,448,5-24,9 %
Free Cashflow-46,4-171,6-

 30. Juni 201331. Dez. 2012Veränderung
Bilanzsummer2150,72.559,7-16,0 %
Eigenkapital der Anteilseigner797,01.067,0-25,3 %
Nettofinanzschulden519,8459,313,2 %
Verschuldungsgrad (Gearing)30,650,43-
Eigenkapitalquote437,1 %41,7 %-
Mitarbeiter6.6626.686-0,4%

* Angepasst aufgrund Effekten aus der Anwendung von IAS 19R

1 Vor Sondereffekten von minus 153,2 Mio. € im ersten Halbjahr 2013
2 EBITDA zu Umsatz
3 Nettofinanzschulden zu Eigenkapital der Anteilseigner
4 Eigenkapital der Anteilseigner zu Bilanzsumme

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