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SGL Group mit solider Entwicklung im 1. Halbjahr

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SGL Group mit solider Entwicklung im 1. Halbjahr

  • Umsatzwachstum von 12 % auf 810 Mio. €, EBIT bei 73 Mio. € in H1/2012
  • Entwicklung bei PP und GMS wie erwartet, Projektverschiebungen und Entwicklungsverzögerungen belasten CFC
  • Bilanzstruktur geprägt durch Übernahme von Fisipe und erfolgreiche Platzie-rung der Wandelanleihe
  • Ausblick für Gesamtjahr 2012: Verbesserung des Konzernumsatzes und EBIT von rund 160 Mio. €

Wiesbaden, 9. August 2012. Angesichts eines weiterhin herausfordernden konjunkturellen Umfelds zeigte die operative Entwicklung der drei Geschäftsfelder der SGL Group – The Carbon Company – im ersten Halbjahr 2012 ein gemischtes Bild. Während sich die Geschäftsfelder Performance Products (PP) und Graphite Materials & Systems (GMS) im Rahmen der Erwartungen entwickelten, belasteten Projektverschiebungen und Entwicklungsverzögerungen die Geschäftsentwicklung bei Carbon Fibers & Composites (CFC). Der Konzernumsatz erhöhte sich um 12 % auf 809,8 Mio. € (H1/2011: 725,0 Mio. €). Ohne die erstmalige Konsolidierung der kürzlich akquirierten portugiesischen Tochtergesellschaft Fisipe belief sich der Anstieg auf 8 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) lag im ersten Halbjahr 2012 bei 73,0 Mio. € nach 76,2 Mio. € in der Vorjahresperiode. Die positive Entwicklung der etablierten Geschäftsfelder PP und GMS, die zusammen das EBIT um rund 14 % erhöhten, wurde durch den unerwarteten Ergebnisrückgang im Geschäftsfeld CFC größtenteils aufgezehrt. Aus diesem Grund und angesichts der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheiten bezüglich der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft erwartet die SGL Group für das Gesamtjahr 2012 ein mit dem Vorjahr vergleichbares Konzern-EBIT von rund 160 Mio. €. Unter der Voraussetzung einer verbesserten Weltkonjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2012 erwartet das Unternehmen für 2012 weiterhin einen Anstieg im Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr.

Robert Koehler, Vorstandsvorsitzender der SGL Group: „Unsere traditionellen und etablierten Geschäftsfelder PP und GMS haben sich positiv im Rahmen unserer Erwartungen entwickelt. Leider erfahren wir im Aufbau unseres CFC-Geschäfts Entwicklungs- und Projektverzögerungen in den bekannten Arbeitsgebieten Luftfahrt, Energie und industrielle Anwendungen. Dies ist nicht unüblich für Markteinführungen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Trotzdem erwarten wir ein Konzern-EBIT, das mit 160 Mio. € das Niveau des Vorjahres erreichen sollte.“

Vorsteuergewinn leicht verbessert
Das Finanzergebnis verblieb mit minus 24,7 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres. Da die Verbesserung im Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen den leichten Rückgang im EBIT kompensieren konnte, ist das Ergebnis vor Steuern im ersten Halbjahr 2012 von 41,1 Mio. € fast unverändert geblieben, verglichen mit 40,7 Mio. € in der Vorjahresperiode. Aufgrund der im Berichtszeitraum gestiegenen Steuerquote verringerte sich das Periodenergebnis der Anteilseigner der Muttergesellschaft auf 23,7 Mio. € (H1/2011: 35,0 Mio. €). Auf Basis einer durchschnittlichen Aktienanzahl von 70,2 Mio. Aktien beträgt das unverwässerte Ergebnis je Aktie daher 0,34 € (H1/2011: 0,53 €).

Übernahme von Fisipe und Platzierung der Wandelanleihe prägen Bilanz
Zum 30. Juni 2012 stieg die Bilanzsumme um 11 % auf 2.528,4 Mio. € hauptsächlich aufgrund des Erwerbs des portugiesischen Faserproduzenten Fisipe sowie der Platzierung einer neuen Wandelanleihe im April 2012 zur Stärkung der Finanzierungsstruktur. Das Eigenkapital der Anteilseigner verbesserte sich um 6 % auf 1.104,1 Mio. €. Die Eigenkapitalquote verringerte sich entsprechend von 45,8 % auf 43,7 %. Die Nettofinanzschulden stiegen signifikant um 63 % auf 558,6 Mio. € (31. Dezember 2011: 343,3 Mio. €) durch die vorratsaufbaubedingte Erhöhung des Nettoumlaufvermögens und durch den Erwerb von Fisipe. Darüber hinaus wurden die At-Equity bilanzierten Beteiligungen weiter finanziert. Entsprechend stieg der Verschuldungsgrad von 0,33 auf 0,51; er liegt damit jedoch weiterhin im Rahmen der Zielgröße von circa 0,5. Die SGL Group setzt ihre Wachstumsstrategie konsequent fort, was sich in den von 41,2 Mio. € auf 48,5 Mio. € gestiegenen Investitionen widerspiegelt. Darüber hinaus wurden für At-Equity bilanzierte Beteiligungen Zahlungen in Höhe von 27,7 Mio. € (H1/2011: 9,7 Mio. €) sowie 30,6 Mio. € in Verbindung mit dem Erwerb von Fisipe getätigt. Insgesamt verringerte sich der Free Cashflow in der Berichtsperiode auf minus 171,6 Mio. € (H1/2011: minus 58,3 Mio. €).

Segmentberichterstattung

Performance Products (PP): Umsatzrendite auf 18,3 % verbessert
Im Geschäftsfeld Performance Products stieg der Umsatz in der Berichtsperiode um 6 % auf 413,1 Mio. € (H1/2011: 388,1 Mio. €). Die Graphitelektrodenabsätze verblieben im ersten Halbjahr 2012 unter dem Niveau des Vorjahres aufgrund des schwächeren ersten Quartals. Diese Entwicklung konnte jedoch durch höhere Verkaufspreise kom-pensiert werden. Die seit Mitte des vergangenen Jahres zu verzeichnende Erholung der Kathodenabsätze hat sich auch in der Berichtsperiode fortgesetzt – allerdings zu erwartet niedrigeren Verkaufspreisen. Im ersten Halbjahr 2012 stieg das EBIT um 21 % auf 75,5 Mio. € (H1/2011: 62,6 Mio. €) hauptsächlich aufgrund höherer Graphitelektro-denpreise, des verbesserten Kathodenabsatzes und Einsparungen aus der SGL Excellence Initiative von rund 4,5 Mio. €. Die Anlaufkosten für die Inbetriebnahme der neuen Fertigungsanlage in Malaysia belasteten weiterhin die Ergebnissituation in der Be-richtsperiode. Die Umsatzrendite verbesserte sich im ersten Halbjahr 2012 auf 18,3 % (H1/2011: 16,1 %).

Graphite Materials & Systems (GMS) mit weiterhin guter Entwicklung
Der Umsatz im Geschäftsfeld Graphite Materials & Systems stieg im ersten Halbjahr 2012 um 12 % auf 252,8 Mio. € (H1/2011: 226,0 Mio. €) dank einer breiten Materialbasis, durch die der zyklische Abschwung in der Solar- und LED-Industrie überkompensiert werden konnte. Der Geschäftsbereich Process Technology hat sich dank eines Rekord-Auftragsbestands zum Ende des Geschäftsjahres 2011 weiterhin sehr positiv entwickelt. Das EBIT von GMS verbesserte sich um rund 4 % – und damit unterproportional zum Umsatz – von 39,9 Mio. € im ersten Halbjahr des Vorjahres auf 41,3 Mio. € in der Berichtsperiode und führte zu einer Umsatzrendite von 16,3 % (H1/2011: 17,7 %). Der erwartete leichte Rückgang der Umsatzrendite ist hauptsächlich auf eine niedrigere Fixkostenabsorption als Folge einer geringeren Kapazitätsauslastung zurückzuführen. Gegenüber der sehr hohen Kapazitätsauslastung im ersten Halbjahr 2011 war die Auslastung im ersten Halbjahr 2012 geringer, weil die Produktion an den seit dem vierten Quartal letzten Jahres niedrigeren Auftragseingang angepasst wurde. Die Einsparungen aus der SGL Excellence Initiative beliefen sich im ersten Halbjahr 2012 auf rund 4 Mio. €.

Carbon Fibers & Composites (CFC) in herausforderndem Marktumfeld
Der Umsatz im Geschäftsfeld Carbon Fibers & Composites ist im ersten Halbjahr 2012 um 32 % auf 142,9 Mio. € (H1/2011: 107,9 Mio. €) gestiegen und beinhaltet erstmals den Umsatzbeitrag der kürzlich akquirierten Fisipe von 29,8 Mio. €. Das vergleichbare Umsatzwachstum von rund 5 % ist auf den höheren Umsatz des Geschäftsbereichs Rotor Blades gegenüber der schwachen Vorjahresperiode zurückzuführen und wurde teilweise durch niedrigere Umsätze der Geschäftsbereiche Carbon Fibers & Composite Materials (CF/CM) und Aerostructures (AS) aufgehoben. Das EBIT im Geschäftsfeld CFC betrug minus 16,5 Mio. € gegenüber minus 4,2 Mio. € in der Vorjahresperiode. Das geringere Ergebnis ist zurückzuführen auf die weiter negative Ertragssituation des Wind-/Rotorblattgeschäfts und auf eine reduzierte Kapazitätsauslastung im Carbonfaserbereich. Hier führten weitere Projektverschiebungen in der Windindustrie zu einer verzögerten Materialnachfrage. Verzögerungen gab es auch aus der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie (Boeing 787, Joint Strike Fighter). Die Kosteneinsparungen aus der SGL Excellence Initiative beliefen sich auf etwa 4 Mio. €. Die Umsatzrendite lag bei minus 11,5 % nach minus 3,9 % in der Vorjahresperiode.

Der nicht im konsolidierten Konzernumsatz der SGL Group enthaltene Umsatz für die At-Equity bilanzierten Beteiligungen innerhalb des Geschäftsfelds CFC stieg um 35 % auf 74,0 Mio. € (H1/2011: 54,8 Mio. €, jeweils 100 % der Werte der Gesellschaften).

Ausblick 2012 aufgrund widriger Entwicklung im Geschäftsfeld CFC angepasst
Unter der Voraussetzung einer verbesserten Weltkonjunktur ab dem zweiten Halbjahr 2012 erwartet die SGL Group weiterhin für das Gesamtjahr 2012 einen Anstieg im Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr. Diese Annahme ist jedoch risikobehaftet. Obwohl sich die Geschäftsfelder PP und GMS gemäß der Guidance entwickeln, erwartet das Unternehmen im Gesamtjahr 2012 nun ein Konzern-EBIT auf Höhe des Vorjahres von etwa 160 Mio. € aufgrund des höher als erwarteten Verlustes im Geschäftsfeld CFC.

Hinsichtlich der Entwicklung der einzelnen Geschäftsfelder prognostiziert das Unternehmen bei PP unverändert einen im Vergleich zum Vorjahr steigenden Umsatz bei vergleichbaren Margen. Im Geschäftsfeld GMS erwartet die SGL Group bei einem stabilen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr eine Umsatzrendite deutlich über dem Mittelfristziel von mindestens 10 %. Im Geschäftsfeld CFC werden die Verluste im Gesamtjahr 2012 höher ausfallen als im Vorjahr. Die Gründe hierfür sind die schwierige Marktsituation im Geschäftsbereich Rotor Blades und weitere Verzögerungen bei militärischen und zivilen Luftfahrtprojekten sowie bei der Materialnachfrage aus der Windin-dustrie, vor allem bedingt durch die Schließung einer Produktionsanlage eines wichtigen Kunden. Dennoch sollten sich die Verluste im zweiten Halbjahr 2012 gegenüber dem ersten Halbjahr verringern. Generell ist das Geschäftsfeld CFC nach wie vor von einem starken F&E-getriebenen Substitutionstrend gekennzeichnet, der zu Verzögerungen bzw. Aufbau-/Entwicklungsaufwendungen führt, die – bis zur Erreichung einer gewissen Marktreife – teilweise nicht planbar sind. Die langfristigen beträchtlichen Wachstumspotenziale dieses Materialsegments bleiben jedoch davon unberührt.

Oberste Priorität genießt nach wie vor das mittelfristige Ziel eines Verschuldungsgrades von etwa 0,5. Daran wird die SGL Group auch weiterhin ihr Investitionsprogramm ausrichten. Die größten Projekte sollten planmäßig im laufenden Jahr zum Abschluss kommen. Daher erwartet das Unternehmen für 2012 Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von bis zu 150 Mio. € (einschließlich Fisipe), die zu einem großen Teil aus dem operativen Cashflow finanziert werden. Für das Gesamtjahr 2012 wird weiterhin ein Free Cashflow von bis zu minus 60 Mio. € (vor Akquisitionen und Dividende für das Geschäftsjahr 2011) prognostiziert. Einschließlich der Auszahlungen in Verbindung mit dem Erwerb von Fisipe geht die SGL Group von einem Free Cashflow von etwa minus 115 Mio. € aus (vor Dividende für das Geschäftsjahr 2011). Mit dem geplanten zukünftigen Rückgang der Investitionen sollte der Free Cashflow (vor Akquisitionen) ab 2013 wieder positiv werden.

Weitere Informationen zur SGL Group und der Bericht des ersten Halbjahrs 2012 können im Internet unter: www.sglgroup.de abgerufen werden.

 

Wichtige Kennzahlen der SGL Group für das 1. Halbjahr 2012
(in Mio. €)

 H1-2012 H1-2011 Veränderung
Umsatz809,8 725,011,7 %
Bruttoergebnis vom Umsatz 212,7199,76,5 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)111,3110,30,9 %
Betriebsergebnis (EBIT)73,076,2-4,2 %
Umsatzrendite (ROS)19,0 %10,5 %-
Ergebnis vor Ertragsteuern 41,140,71,0 %
Periodenergebnis der Anteilseigner des Mutterunternehmens23,735,0-32,3 %
Ergebnis je Aktie, unverwässert (in €) 0,340,53-35,8 %
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 48,541,217,7 %
Free Cashflow -171,6-58,3-

  30. Juni 201231. Dez. 2011
Veränderung
Bilanzsumme2.528,42.271,311,3 %
Eigenkapital der Anteilseigner 1.104,11.041,16,1 %
Nettofinanzschulden 558,6343,362,7%
Verschuldungsgrad (Gearing)20,510,33-
Eigenkapitalquote343,7 %45,8 %-
Mitarbeiter6.6776.4473,6 %

1 EBIT zu Umsatz
2 Nettofinanzschulden zu Eigenkapital der Anteilseigner
3 Eigenkapital der Anteilseigner zur Bilanzsumme

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