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SGL Group: Umsatz und Ergebnis unter Vorjahr – Umsatzrendite trotz Wirtschaftskrise 9 %

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SGL Group: Umsatz und Ergebnis unter Vorjahr – Umsatzrendite trotz Wirtschaftskrise 9 %

  • Umsatz mit 1.226 Mio. € rezessionsbedingt um 24 % rückläufig
  • 9 % Umsatzrendite trotz Wirtschaftskrise
  • Operatives EBIT (vor Sonderabschreibung auf Sachanlagen) bei 110 Mio. €
  • Sonderabschreibung aufgrund Wertberichtigung von 74 Mio. € durch verzögerte Wachstumserwartungen bei Carbonfasern und Verbundwerkstoffen
  • Eigenkapitalquote mit 40 % weiterhin auf hohem Niveau
  • Niedriger Verschuldungsgrad (0,5) trotz hoher Investitionen

Wiesbaden, 18. März 2010. SGL Group – The Carbon Company – hat heute die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2009 vorgelegt. Aufgrund der Wirtschaftskrise und des damit verbundenen Nachfrageeinbruchs in vielen Kundenindustrien sank der Umsatz um 24 % auf 1.226 Mio. € (2008: 1.611 Mio. €). Dennoch wurde ein operatives Ergebnis (EBIT) von 110,4 Mio. € vor Sonderabschreibung (74 Mio. €) erzielt (2008: 305,9 Mio. €). Dies entspricht einer Umsatzrendite von 9 % (2008: 19 %). Durch nachhaltige Kosteneinsparungen im Rahmen der SGL-Excellence-Initiative (23 Mio. €) und zusätzliche krisenbedingte Maßnahmen (41 Mio. €), insbesondere Kurzarbeit und Personalanpassungen, konnten Einsparungen von insgesamt rund 64 Mio. € erzielt werden.

Die Investitionen von 154 Mio. € lagen weiterhin auf einem hohem Niveau (2008: 239 Mio. €) und wurden vor allem für den Ausbau der Produktionsinfrastruktur in Asien sowie Kapazitätserweiterungen in der Carbonfaser-Technologie verwendet. Dennoch konnte der Verschuldungsgrad mit 0,5 innerhalb der Zielvorgabe des Unternehmens gehalten werden. Die Eigenkapitalquote ist mit 40 % weiterhin hoch (2008: 43 %).

Robert Koehler, Vorstandsvorsitzender der SGL Group: „Die SGL Group hat sich operativ im Krisenjahr gut behauptet und musste im Vergleich zu anderen Industrien weit weniger dramatische Einbußen hinnehmen. Das belegt auch die Umsatzrendite von 9 % sowie unsere wesentlich besser als erwartete Cashflow-Entwicklung. 2010 ist für uns ein Übergangsjahr, in dem es aus heutiger Sicht durchaus eine Herausforderung ist, die operativen Ergebnisse des Jahres 2009 zu erreichen. Grundsätzlich sind die fundamentalen Wachstumstrends für uns aber weiter intakt, so dass wir im Jahr 2011 wieder eine deutliche Verbesserung gegenüber 2009/10 erwarten".

Nicht zahlungswirksame Sonderabschreibung verursacht Jahresfehlbetrag
Aufgrund verzögerter Wachstumserwartungen bei Carbonfasern und Verbundmaterialien wurde 2009 im Geschäftsfeld Carbon Fibers & Composites eine nicht zahlungswirksame außerordentliche Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen von insgesamt 74 Mio. € vorgenommen. Das EBIT nach Wertminderungsaufwand lag damit bei 36,4 Mio. €. Aus at-Equity bewerteten Unternehmen ergab sich ein Aufwand von -9,9 Mio. €. Das Finanzergebnis verbesserte sich um 3,4 Mio. € auf -44,1 Mio. € (2008: -47,5 Mio. €). Vor Steuern wurde entsprechend ein Verlust von 17,6 Mio. € (2008: Ertrag von 258,8 Mio. €) ausgewiesen. Die bereinigte Steuerquote betrug 32,4 % (2008: 26,4 %). Das Nachsteuerergebnis sank durch die Sonderabschreibung sowie aufgrund von Wertberichtigungen bei aktiven latenten Steuern auf -60,3 Mio. € (2008: 190,5 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie betrug -0,93 € nach 2,95 € im Vorjahr.

Expansionsstrategie fortgesetzt - niedrige Verschuldung und hohe Eigenkapitalquote
Im Berichtsjahr hat das Unternehmen trotz Wirtschaftskrise seine Wachstums- und Expansionsstrategie fortgesetzt. Insgesamt wurden Investitionen von 154 Mio. € (2008: 239 Mio. €) getätigt. Dieses zweithöchste Investitionsvolumen der Firmengeschichte konnte aufgrund der hohen Cash-Generierung weitgehend aus dem operativen Cashflow finanziert werden. Schwerpunkte bildeten der weitere Ausbau des neuen Graphitwerks in Malaysia sowie Investitionen in Automatisierungstechnologien beim US-Tochterunternehmen HITCO, das auf die Belieferung der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie mit Verbundwerkstoff-Komponenten spezialisiert ist. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich leicht auf 40 % (2008: 43 %). Trotz des schwierigen Marktumfeldes, des rezessionsbedingten Ergebnisrückgangs sowie des weiterhin hohen Investitionsniveaus stiegen die Nettofinanzschulden nur um rund 10 % auf 367,9 Mio. €. Damit lag der Verschuldungsgrad von 0,5 weiter innerhalb der Zielvorgabe. Der operative Cashflow sank um 41 % unterproportional zum Ergebnisrückgang auf 128 Mio. € (2008: 218,6 Mio. €). Der Free Cashflow lag mit -34,0 Mio. € in etwa auf dem Vorjahresniveau von -35,9 € Mio.

Segmentberichterstattung

Performance Products (PP)
Deutliche Produktionskürzungen sowie ein anhaltender Lagerabbau vieler Stahlhersteller vor allem im ersten Halbjahr 2009 führten zu einer stark reduzierten Nachfrage nach Graphitelektroden. Daher verminderte sich der Umsatz im Geschäftsfeld PP um rund 34 % auf 641,6 Mio. € (Vorjahr 965,6 Mio. €). Das EBIT sank überproportional von 296,0 Mio. € im Vorjahr um 49 % auf 151,3 Mio. €. Insbesondere durch das starke Geschäft mit Kathoden und Hochofenauskleidungen konnte noch eine hohe Umsatzrendite mit 24 % (Vorjahr: 31 %) erzielt werden. Im Rahmen der SGL-Excellence-Initiative konnten nachhaltige Kosteneinsparungen in Höhe von rund 10 Mio. € realisiert werden. Darüber hinaus hat die SGL Group die Produktion zeitnah an die niedrigere Nachfrage angepasst und konnte mit den eingeleiteten Maßnahmen, wie z. B. Kurzarbeit, weitere Kosten abbauen.

Graphite Materials & Systems (GMS)
In der ersten Jahreshälfte 2009 konnte das Geschäftsfeld GMS noch von einem hohen Auftragsbestand aus dem Vorjahr profitieren, der vor allem aus der Chemiebranche sowie aus dem Geschäft mit der Solarindustrie und Lithium-Ionen-Batterien stammte. Durch die spätzyklische Natur des Geschäfts ist das zweite Halbjahr bei GMS aufgrund eines schwachen Auftragseingangs seit Jahresbeginn 2009 deutlich niedriger ausgefallen. Insgesamt reduzierte sich der GMS-Umsatz im Berichtsjahr um 12 % von 411,9 Mio. € im Vorjahr auf 364,5 Mio. €. Das EBIT des Geschäftsfeldes GMS verminderte sich trotz Einsparungen in Höhe von rund 6 Mio. € um 51 % auf 28 Mio. €. Die Umsatzrendite lag mit 8 % entsprechend unter der des Vorjahres (14 %).

Carbon Fibers & Composites (CFC)
Der Umsatz im Geschäftsfeld CFC konnte aufgrund der Konsolidierung der SGL Rotec im Berichtsjahr um rund 8 % auf 208 Mio. € gesteigert werden (Vorjahr: 192,6 Mio. €). Vor allem durch wiederholte Projektverschiebungen in der Luftfahrtindustrie und verzögerte Neuinvestitionen in der Windenergiebranche ist der Markt für Carbonfasern derzeit mit hohen Lagerbeständen sowie einer temporären Überkapazität und daraus resultierendem Preiswettbewerb konfrontiert. In diesem Zusammenhang wurden nicht zahlungswirksame außerordentliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen von 74 Mio. € vorgenommen. Das EBIT des Geschäftsfeldes CFC (vor Wertminderungsaufwand) reduzierte sich auf -22,9 Mio. € (Vorjahr +8,9 Mio. €). Die Einsparungen aus der SGL Excellence-Initiative betrugen rund 6 Mio. €.

Die langfristigen Wachstumspotenziale für Carbonfasern und Carbonfaser-Verbundwerkstoffe sind wegen ihrer wachsenden Bedeutung in der Materialsubstitution traditioneller Werkstoffe unverändert positiv. Exemplarisch dafür steht das Joint Venture mit der BMW Group zur Produktion von Carbonfasern und Geweben für den Automobilsektor. Die Zusammenarbeit mit BMW ist ein Meilenstein für den Einsatz von Carbonfasern im industriellen Maßstab in der Automobilindustrie, denn erstmals übernehmen Carbonfasern eine bedeutende Rolle in der automobilen Serienproduktion. Weitere Beispiele sind ein Großauftrag aus der Windenergiebranche für die Herstellung von Rotorblättern für Offshore-Windparks sowie neue Aufträge für die Produktion von Bauteilen für zivile und militärische Flugzeugprogramme.

Ausblick: 2010 wird ein Übergangsjahr
Vor dem Hintergrund der steigenden Produktionsleistung in der Stahlindustrie ist für 2010 mit einer Erhöhung der Absatzmenge bei Graphitelektroden zu rechnen, die allerdings noch unter dem Vorkrisenniveau liegen wird. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen 2010, dass die Rohstoffpreise nicht im vollen Umfang weitergegeben werden können und damit den Effekt höherer Mengen teilweise aufheben. Das Kathodengeschäft wird sich nach zwei sehr starken Jahren in diesem Jahr schwächer entwickeln, da die meisten Erhaltungsinvestitionen in der Aluminiumindustrie mittlerweile abgeschlossen sind und der Bau neuer Aluminiumschmelzwerke auf die Jahre nach 2010 verschoben wurde, so dass 2010 für das Kathodengeschäft von einer „Investitionspause in der Aluminiumindustrie“ gesprochen wird. Aus heutiger Sicht rechnet das Unternehmen daher damit, dass die Umsatzrendite bei PP vorübergehend unter der Benchmark von mindestens 20 % liegen wird. Aufgrund des seit Jahresanfang 2010 steigenden Auftragseingangs erwartet das Geschäftsfeld Graphite Materials & Systems für die zweite Jahreshälfte eine Nachfragebelebung. Insgesamt wird daher für Graphite Materials & Systems 2010 ein Umsatz und Ergebnis in etwa auf dem Niveau des Vorjahres prognostiziert. Im Geschäftsfeld Carbon Fibers & Composites führen Projektverschiebungen in der Luftfahrt und der Windenergiebranche zusammen mit einer generell niedrigeren Nachfrage aus dem Sport- und Konsumsektor zu hohen Lagerbeständen, einer niedrigen Kapazitätsauslastung und anhaltendem Preisdruck in der Carbonfaserindustrie. Dennoch erwartet das Unternehmen 2010 steigende Umsätze insbesondere aufgrund der Neuaufträge aus der Luftfahrtindustrie. In diesem Zusammenhang wird auch mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung gegenüber 2009 gerechnet.

Auf Konzernbasis rechnet das Unternehmen für 2010 mit leicht steigenden Umsätzen und einem operativen Ergebnis (EBIT) nahe dem Niveau des Vorjahres (vor Sonderabschreibungen).

 

Wichtige Kennzahlen der SGL Group
(in Mio. €)

 Gesamtjahr 2009Gesamtjahr 2008Veränderung
Umsatz 1.225,8 1.611,5 -23,9 %
Bruttoergebnis vom Umsatz 336,9 540,2 -37,6 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 170,7 360,3 -52,6 %
Betriebsergebnis (EBIT) vor Wertminderungsaufwand 110,4 305,9 -63,9 %
Umsatzrendite (ROS)*1 9 % 19 %-
Betriebsergebnis (EBIT) 36,4305,9 -88,1 %
Jahresfehlbetrag/-überschuss -60,3 190,5-
Ergebnis je Aktie, unverwässert (in €) -0,93 2,95 -
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 128,0 218,6 -41,4 %

  31. Dez. 200931. Dez. 2008Veränderung
Bilanzsumme 1.880,51.779,3 5,7 %
Eigenkapital der Anteilseigner 750,5 763,4 -1,7 %
Nettofinanzschulden 367,9332,6 10,6 %
Verschuldungsgrad (gearing)2 0,49 0,44 -
Eigenkapitalquote339,9% 42,9% -

* vor Wertminderungsaufwand von -74 Mio. €
1 EBIT zu Umsatz
2 Nettofinanzschulden zu Eigenkapital der Anteilseigner
3 Eigenkapital der Anteilseigner zur Bilanzsumme

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