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SGL Group bestätigt Ausblick für 2011

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SGL Group bestätigt Ausblick für 2011

  • Umsatz steigt im Jahresvergleich um 13 % auf 725 Mio. €
  • EBIT vor positivem Netto-Effekt aus Werthaltigkeitsüberprüfungen (4 Mio. €) steigt auf 76 Mio. € (+17 %)
  • Umsatzrendite: 11 % (H1/2010: 10 %)
  • Ergebnis je Aktie steigt um 64 % auf 0,23 €
  • Ausblick für 2011 bestätigt: Umsatzwachstum von mehr als 10 % erwartet, EBIT erreicht rund 160 Mio. €

Wiesbaden, 4. August 2011. SGL Group – The Carbon Company – hat heute das Ergebnis für das 1. Halbjahr 2011 bekannt gegeben. Der Konzernumsatz stieg um nahezu 13 % auf 725,0 Mio. € (H1/2010: 644,6 Mio. €). Dies ergab sich durch die erheblich verbesserten Geschäftsbedingungen für das Geschäftsfeld Graphite Materials & Systems (GMS) und für Graphitelektroden im Geschäftsfeld Performance Products (PP). Das Betriebsergebnis (EBIT) vor positivem Netto-Effekt aus Werthaltigkeitsüberprüfungen stieg um 17,0 % auf 76,2 Mio. € (H1/2010: 65,0 Mio. €). Dies entspricht einer Umsatzrendite von 10,5 % (H1/2010: 10,1 %). Ohne Berücksichtigung des in 2010 enthaltenen Einmalertrags von 4,8 Mio. € aus dem Grundstücksverkauf in Ascoli betrug der bereinigte EBIT-Anstieg 27 %.

Robert Koehler, Vorstandsvorsitzender der SGL Group: „Nach einer guten Entwicklung im 1. Halbjahr 2011 sind wir auf Kurs, unsere Gesamtjahresprognose zu erreichen, die ein Umsatzwachstum von mehr als 10 % sowie ein EBIT von rund 160 Mio. € vorsieht. Unser Geschäftsfeld GMS ist auf dem besten Weg, neue Höchststände zu erreichen. Die Geschäftsfelder PP und CFC – mit Ausnahme unseres Rotorblattgeschäfts – liegen im Rahmen oder über unseren Erwartungen.“

In der Berichtsperiode hat die SGL Group Werthaltigkeitsprüfungen (Impairment Tests) für die Geschäftsbereiche Carbon Fibers & Composite Materials (CF/CM) sowie Rotor Blades (RB), beide Teil des Geschäftsfeldes CFC, durchgeführt. Der verbesserte Geschäftsausblick für CF/CM führte gemäß IFRS-Regeln zu einer teilweisen Wertaufholung von 29,2 Mio. € der in 2009 berichteten Wertminderungen. Im Gegensatz dazu erforderte die anhaltend schwierige Situation auf dem Windenergiemarkt einen Wertminderungsbedarf bei Rotor Blades von 25,1 Mio. €. Der positive Netto-Effekt der Werthaltigkeitsüberprüfungen betrug 4,1 Mio. €.

Vorsteuerergebnis von Einmaleffekten geprägt
Das Finanzergebnis (ohne Ergebnisse aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen) betrug im 1. Halbjahr 2011 minus 24,9 Mio. € (H1/2010: minus 20,6 Mio. €). Trotz des höheren EBIT blieb das Ergebnis vor Ertragsteuern mit 40,7 Mio. € im ersten Halbjahr 2011 gegenüber 40,0 Mio. € in der Vergleichsperiode des Vorjahres stabil. Dies basierte im Wesentlichen auf den höheren negativen Ergebnissen der At-Equity-Beteiligungen sowie auf höheren Aufwendungen beim Finanzergebnis. Die oben erwähnten Werthaltigkeitsüberprüfungen hatten zudem einen Einfluss auf den Steueraufwand und die Minderheitenergebnisse. Das Ergebnis der Anteilseigner hat sich um 29 % auf 35,0 Mio. € (H1/2010: 27,1 Mio. €) erhöht. Auf Basis einer durchschnittlichen Aktienanzahl von 65,9 Mio. Stück verbesserte sich das unverwässerte Ergebnis je Aktie auf 0,53 € (H1/2010: 0,41 €).

Der dreiprozentige Anstieg des Eigenkapitals auf 888,6 Mio. € führte zu einer Verbesserung der Eigenkapitalquote auf 42,4 % nach 40,9 % zum Jahresende 2010. Zum 30. Juni 2011 betrugen die Nettofinanzschulden 465,6 Mio. € verglichen mit 410,5 Mio. € zum 31. Dezember 2010. Der Anstieg um 55,1 Mio. € ist hauptsächlich bedingt durch die Erholung des Geschäftes und den damit verbundenen notwendigen Aufbau des Working Capital. Dennoch konnte die SGL Group beim Verschuldungsgrad (Gearing) mit 0,52 einen Wert erzielen, der weiterhin im Rahmen der vorgegebenen Zielgröße von etwa 0,5 liegt.

Der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit betrug im ersten Halbjahr 8,0 Mio. € verglichen mit 14,5 Mio. € im ersten Halbjahr 2010. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit erreichte im 1. Halbjahr 2011 insgesamt 66,3 Mio. € (H1/2010: 55,4 Mio. €). Entsprechend verschlechterte sich im Berichtszeitraum der Free Cashflow auf minus 58,3 Mio. € (H1/2010: minus 40,9 Mio. €).

Segmentberichterstattung

Performance Products (PP)
Im ersten Halbjahr 2011 stieg der Umsatz im Geschäftsfeld Performance Products um 12 % auf 388,1 Mio. €. Grund hierfür waren die weiter gestiegenen Graphitelektrodenabsätze als Folge des anhaltenden weltweiten Wachstums in der Elektrostahlproduktion. Wie erwartet, blieben die Kathodenumsätze im 1. Halbjahr 2011 wegen der seit 2010 anhaltenden Investitionspause und dem Lagerabbau in der Aluminiumindustrie auf dem relativ niedrigen Niveau des Vorjahres.

Das EBIT lag im 1. Halbjahr 2011 bei 62,6 Mio. €, verglichen mit 72,0 Mio. € im 1. Halbjahr des Vorjahres, hauptsächlich aufgrund des Produktmixes sowie niedrigerer Graphitelektrodenpreise. Einsparungen aus der SGL Excellence Initiative beliefen sich im Berichtshalbjahr auf etwa 4 Mio. €. Die Anlaufkosten für die Inbetriebnahme der neuen Fertigungsanlage in Malaysia belasteten weiterhin die Ergebnissituation in der Berichtsperiode. Dementsprechend lag die Umsatzrendite mit 16,1 % nahe dem niedrigen Niveau des 1. Quartals 2011.

Graphite Materials & Systems (GMS)
Der Umsatz stieg im 1. Halbjahr 2011 um 23 % auf 226,0 Mio. €. Das starke Umsatzwachstum ist zum einen auf den ausgeprägten Aufschwung in den Kundenindustrien zurückzuführen, vor allem bei Solar, Halbleiter und LED. Zum anderen ist zu berücksichtigen, dass sich Umsatz und Ergebnis vor allem im 1. Quartal 2010 als Folge der Krise noch auf einem niedrigen Niveau bewegt hatten.

Dies ist auch die teilweise Begründung dafür, dass sich das EBIT im 1. Halbjahr 2011 mit 39,9 Mio. € gegenüber 13,7 Mio. € im ersten Halbjahr 2010 fast verdreifacht hat. Mit 17,7 % hat die Umsatzrendite dabei das Mittelfristziel von mindestens 10 % deutlich übertroffen. Zusätzlich zur hohen Kapazitätsauslastung hatten Einsparungen aus 3 der SGL Excellence Initiative von etwa 4 Mio. € sowie eine noch moderate Kostenbasis einen positiven Einfluss auf das Ergebnis im 1. Halbjahr 2011.

Carbon Fibers & Composites (CFC)
Der Umsatz im Geschäftsfeld Carbon Fibers & Composites sank im 1. Halbjahr 2011 um 3 % auf 107,9 Mio. €. Ohne Einbeziehung des Rotorblattgeschäfts (SGL Rotec), das sich aufgrund des schwierigen Windmarktes rückläufig entwickelte, stieg der Umsatz um 15 %. Die Umsätze der At-Equity bilanzierten Beteiligungen innerhalb des Geschäftsfelds CFC erhöhten sich sogar um 28 %.

Das EBIT im Geschäftsfeld CFC vor Werthaltigkeitsüberprüfungen verbesserte sich dementsprechend nur auf minus 4,2 Mio. € (H1/2010: minus 5,2 Mio. €). Die Umsatzrendite erholte sich auf minus 3,9 % (H1/2010: minus 4,7 %). Diese Ergebnisverbesserung resultierte vorrangig aus höheren Mengen und Preiserhöhungen im Materialgeschäft sowie SGL Excellence Einsparungen von etwa 2 Mio. €. Ohne SGL Rotec konnte das Geschäftsfeld CFC ein positives EBIT erzielen.

At-Equity konsolidierte Aktivitäten im Geschäftsfeld CFC
Bei den At-Equity bilanzierten Beteiligungen handelt es sich hauptsächlich um Brembo-SGL (Italien und Deutschland), Benteler-SGL (Deutschland und Österreich), SGL Automotive Carbon Fibers (Deutschland und USA) und Powerblades (Gemeinschaftsunternehmen zwischen REpower und SGL Rotec, Deutschland). Der Umsatz für die At-Equity bilanzierten Beteiligungen innerhalb des Geschäftsfelds Carbon Fibers & Composites stieg im ersten Halbjahr 2011 um 28 % auf 81,5 Mio. € (H1/2010: 63,5 Mio. €, jeweils 100 % der Werte der Gesellschaften). Diese Umsätze sind nicht im konsolidierten Konzernumsatz der SGL Group enthalten.

Ausblick

Geschäftsfeld Performance Products
Das Auftragsbuch bei Graphitelektroden führt zu einer hohen Kapazitätsauslastung. Infolgedessen wird im 2. Halbjahr ein Anstieg der Auslieferungen erwartet. Wie bereits in früheren Publikationen erläutert, wird für das Kathodengeschäft im 2. Halbjahr 2011 eine Mengenerholung erwartet, getrieben durch die gestiegene Nachfrage nach Ersatzauskleidung sowie durch erste neue Projekte für Aluminiumschmelzöfen. Dementsprechend werden für das zweite Halbjahr 2011 im Vergleich zum ersten höhere Umsätze und Ergebnisse erwartet, die im Gesamtjahr 2011 zu einer vergleichbaren Umsatzrendite wie in 2010 führen sollten (2010 PP ROS: 18,9%). Wie bei der Bilanzpressekonferenz im März 2011 angekündigt, sollte die Umsatzrendite im Geschäftsfeld Performance Products im Verlauf des Jahres 2012 auf mindestens 20 % zurückkehren.

Geschäftsfeld Graphite Materials & Systems
Im 1. Halbjahr 2011 wurde bei GMS ein außerordentlich starkes Ergebnis erzielt. Dieses kann nicht für den weiteren Jahresverlauf extrapoliert werden, da es unter anderem stark beeinflusst war durch den eigenen Lageraufbau zur Vorbereitung für die weiter hohen Umsätze in 2011 und darüber hinaus. Da GMS keinen weiteren Lageraufbau plant und die Kostenbasis im 2. Halbjahr hauptsächlich aufgrund erwarteter höherer Rohmaterial- und Energiekosten steigen wird, hat die Umsatzrendite im 2. Quartal 2011 ihren Höchststand erreicht; allerdings wird die Umsatzrendite im Gesamtjahr 4 2011 mindestens den Rekordwert von 14 % des starken Geschäftsjahres 2008 erreichen können. Im Jahr 2010 haben sich die Umsätze ab dem 2. Quartal von den Krisenniveaus erholt, daher wird sich das Umsatzwachstum im weiteren Verlauf 2011 im Jahresvergleich gegenüber der Wachstumsrate im 1. Halbjahr verlangsamen, aber deutlich über dem Mittelfristziel von mindestens 10 % Wachstum pro Jahr liegen. Dementsprechend sollten sowohl Umsatz als auch EBIT mindestens die Rekordwerte aus 2008 erreichen (2008 Umsatz: 411,9 Mio. €; EBIT: 57,6 Mio. €)

Geschäftsfeld Carbon Fiber & Composites
Die derzeitige Schwäche im Windmarkt wird sich auch im weiteren Verlauf 2011 auf unser Rotorblattgeschäft auswirken. Dennoch sollte sich das Umsatzwachstum im Geschäftsfeld CFC, getrieben durch die anderen Geschäfte, im Laufe des Jahres beschleunigen und im Gesamtjahr 2011 zweistellig sein. Auch die Umsätze der At-Equity bilanzierten CFC-Beteiligungen werden im Gesamtjahr 2011 zweistellig wachsen.

Die besser als erwartete Geschäftssituation im Geschäftsbereich Carbon Fibers & Composite Materials wird die enttäuschende Entwicklung des Rotorblattgeschäftes nicht ausgleichen können, sodass nun für das Gesamtjahr 2011 ein niedriger, einstelliger EBIT-Verlust erwartet wird gegenüber der bisherigen Einschätzung eines positives EBIT.

Konzern
Aufgrund der über den Erwartungen liegenden Entwicklung im Geschäftsfeld GMS und trotz des enttäuschenden Verlaufs der Rotorblattaktivitäten im Geschäftsfeld CFC bestätigt die SGL Group die Prognose für ein Umsatzsatzwachstum von mehr als 10 % für das Jahr 2011.

Aufgrund der ausgezeichneten Entwicklung im Geschäftsfeld GMS und trotz der schwachen Rotorblattaktivitäten kann nun die Bandbreite für die 2011er EBITPrognose (vor positivem Netto-Effekt der Werthaltigkeitsüberprüfungen) auf rund 160 Mio. € präzisiert werden, was einer Konzernumsatzrendite von rund 10 % bis 11 % entspricht.

Ab 2012 sollte das mittelfristige Ziel einer Konzernumsatzrendite von mindestens 12% wieder erreichbar sein.

Oberste Priorität genießt nach wie vor das Ziel, den Verschuldungsgrad bei etwa 0,5 zu halten. Daran wird auch weiterhin das Investitionsprogramm ausgerichtet, dessen größte Projekte planmäßig in den nächsten zwei Jahren zum Abschluss kommen sollten. Daher werden für 2011 und 2012 Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände von bis zu 150 Mio. € pro Jahr erwartet, die hauptsächlich aus dem operativen Cashflow finanziert werden. Wie bereits im 1. Halbjahr 2011 erkennbar, erfordert das anhaltende Wachstum der Geschäfte einen Aufbau des Working Capitals, das auch von steigenden Faktorkosten gekennzeichnet ist. Infolgedessen rechnet die SGL Group für 2011 einen Free Cashflow von bis zu minus 50 Mio. €. Mit der prognostizierten Reduzierung der Investitionen nach 2012 sollte der Free Cashflow ab 2013 wieder positiv sein.

 

Wichtige Kennzahlen der SGL Group
(in Mio. €)

 Erstes Halbjahr 2011Erstes Halbjahr 2010Veränderung
Umsatz725,0644,612,5 %
Bruttoergebnis vom Umsazt199,7165,320,8 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)110,394,716,5 %
Betriebsergebnis (EBIT)176,265,017,2 %
Umsatzrendite (ROS)210,5 %10,1 %-
Periodenergebnis der Anteilseigner35,027,129,2 %
Ergenbis je Aktie, unverwässert (in €)0,530,4129,3 %

 30. Juni 201131. Dezember 2010Veränderung
Bilanzsumme2.097,72.113,3-0,7 %
Eigenkapital der Anteilseigner888,6864,42,8 %
Nettofinanzschulden465,6410,513,4 %
Verschuldungsgrad (Gearing)30,520,47-
Eigenkapitalquote442,4 %40,9 %-

1 Vor Wertaufholungen und Wertminderungen
2 EBIT (vor Wertaufholungen und Wertminderungen) zu Umsatz
3 Nettofinanzschulden zu Eigenkapital der Anteilseigner
4 Eigenkapital der Anteilseigner zur Bilanzsumme


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