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SGL Group: Unveränderte Dividende trotz Wertberichtigung

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SGL Group: Unveränderte Dividende trotz Wertberichtigung

  • Umsatzanstieg um 11 % auf 1.709 Mio. € gegenüber Vorjahr
  • EBIT mit 154,2 Mio. € (vor Wertberichtigungen) leicht unter Vorjahr
  • Solide Bilanzstruktur: Eigenkapitalquote bei rund 43 %; Verschuldungsgrad mit 0,43 unterhalb der Zielgröße von 0,5
  • Geplante Dividende unverändert bei 0,20 €
  • Positiver Jahresüberschuss von 7,2 Mio. € (trotz nicht zahlungswirksamer Wertberichtigungen von 54,2 Mio. € auf Boeing 787 Projekte)
  • Ausblick für 2013: Leichte Umsatzsteigerung bei schwächerem EBITDA – positiver Free Cashflow erwartet

Wiesbaden, 14. März 2013. Die Geschäftsfelder der SGL Group – The Carbon Company – haben sich im Geschäftsjahr 2012 unterschiedlich entwickelt. Die etablierten Geschäftsfelder Performance Products (PP) und Graphite Materials & Systems (GMS) konnten ihre starke Marktposition behaupten und entwickelten sich im Geschäftsjahr 2012 positiv im Rahmen der Erwartungen. Dagegen hatte das Geschäftsfeld Carbon Fibers & Composites (CFC) Projekt- und Entwicklungsverschiebungen zu verkraften, die unter anderem eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung aus Projektanpassungen von 54,2 Mio. € zur Folge hatte. Der Konzernumsatz lag insbesondere durch die robuste Entwicklung bei PP und GMS mit 1.709,1 Mio. € um 11 % über dem Vorjahreswert (2011: 1.540,2 Mio. €). Zudem trug der im Geschäftsjahr 2012 akquirierte portugiesische Acrylfaserhersteller Fisipe zum Umsatzanstieg mit rund 81 Mio. € bei. Das EBIT vor Wertberichtigungen lag mit 154,2 Mio. € um 4 % leicht unter Vorjahr (2011: 160,4 Mio. €). Die Umsatzrendite (ROS) verringerte sich entsprechend auf 9,0 %. (2011: 10,4 %).

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 30. April 2013 die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 0,20 € je dividendenberechtigter Aktie für das Geschäftsjahr 2012 vor.

Robert Koehler, Vorstandsvorsitzender der SGL Group: „Das Geschäftsjahr 2012 verlief durchwachsen. Positiv war, dass wir im Geschäftsfeld PP unsere Marktführerschaft behaupten und bei GMS das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte erzielt haben. Dagegen verlief die Entwicklung bei CFC enttäuschend. Verzögerungen in der Luftfahrt- und Windenergieindustrie haben die Fortschritte in anderen Arbeitsgebieten von CFC überschattet und zu nennenswerten Einmalbelastungen geführt. Eine Trendwende sehen wir 2013 angesichts unsicherer konjunktureller Rahmenbedingungen noch nicht. Das ändert nichts an den Perspektiven des Werkstoffs Carbon, den immer mehr Branchen für sich entdecken. 2013 wird hier mit dem Start der BMW i-Serie und dem Ramp-up der Boeing 787 ein Entscheidungsjahr.“

Vor allem aufgrund der Wertberichtigungen im Geschäftsfeld CFC verringerte sich das Ergebnis vor Steuern auf 9,7 Mio. € (2011: 83,7 Mio. €) und der Jahresüberschuss auf 7,2 Mio. € (2011: 73,2 Mio. €). Auf Basis einer durchschnittlichen Aktienanzahl von 70,4 Mio. Aktien lag das unverwässerte Ergebnis je Aktie bei 0,10 € (2011: 1,09 €).

Bilanzstruktur weiterhin solide – Gearing mit 0,43 innerhalb der Zielgröße von 0,5.
Zum 31. Dezember 2012 stieg die Bilanzsumme um 13 % auf 2.560,0 Mio. € (31. Dezember 2011: 2.271,3 Mio. €), im Wesentlichen aufgrund der im April 2012 begebenen Wandelanleihe und der Erstkonsolidierung von Fisipe. Das Eigenkapital der Anteilseigner stieg dagegen nur um 2,4 % auf 1.066,1 Mio. € (31. Dezember 2011: 1.041,1 Mio. €), sodass sich die Eigenkapitalquote entsprechend von 45,8 % auf 41,6 % verringerte. Die Nettofinanzschulden konnten zwar im vierten Quartal 2012 um 80 Mio. € auf 459,3 Mio. € reduziert werden, lagen jedoch über denen des Vorjahres von 343,3 Mio. €. Ursächlich hierfür waren insbesondere der Erwerb von Fisipe und die weitere Finanzierung der At-Equity bilanzierten Beteiligungen sowie die vorratsaufbaubedingte Erhöhung des Nettoumlaufvermögens. Daher stieg der Verschuldungsgrad von 0,33 auf 0,43, liegt damit aber nach wie vor innerhalb der eigenen Zielgröße von circa 0,5. Besser als erwartet hat sich der Free Cashflow entwickelt: Aufgrund von konsequentem Working Capital Management und niedrigerer Investitionen konnte der Free Cashflow vor Akquisitionen auf minus 49,3 Mio. € (2011: minus 33,1 Mio. €) begrenzt werden. Inklusive der Fisipe-Akquisition belief sich der Free Cashflow auf minus 80 Mio. € und lag damit deutlich unterhalb der Prognose von minus 115 Mio. €.

Segmentberichterstattung

Performance Products (PP): Zweistelliger Umsatz- und Ergebnisanstieg
Der Umsatz im Geschäftsfeld PP stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 11 % auf 940,7 Mio. € (2011: 845,7 Mio. €). Wie erwartet, profitierte PP von höheren Graphitelektrodenauslieferungen im zweiten Halbjahr gegenüber dem ersten Halbjahr sowie von im Vergleich zum Vorjahr höheren Preisen. Die leichte Erholung der Kathodenabsätze hat sich fortgesetzt, wenngleich zu erwartet niedrigeren Verkaufspreisen. Zum Umsatzanstieg beigetragen hat die Endabwicklung eines langfristigen Liefervertrags im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Das EBIT erhöhte sich um 27 % auf 181,7 Mio. € (2011: 143,3 Mio. €). Die Anlaufkosten für das Werk in Malaysia belasteten weiterhin die Ergebnissituation. Dennoch verbesserte sich die Umsatzrendite in 2012 von 16,9 % auf 19,3 %. Die Einsparungen aus der SGL Excellence Initiative beliefen sich auf rund 10 Mio. €.

Graphite Materials & Systems (GMS): Zweitbestes Jahresergebnis
Der Umsatz im Geschäftsfeld GMS verbesserte sich um 4 % auf 486,2 Mio. € (2011: 468,7 Mio. €). Das Wachstum basierte auf der positiven Entwicklung der Geschäftsbereiche Process Technology (PT) und New Markets (NM), während sich Graphite Specialties (GS) leicht rückläufig entwickelte. Der Aufwärtstrend bei GMS unterstreicht, dass die breite Materialbasis den zyklischen Abschwung in der Solar-, Halbleiter- und LED-Industrie kompensieren konnte. Erwartungsgemäß erreichte das EBIT mit 69,3 Mio. € nicht den Rekordwert des Vorjahres (2011: 84,0 Mio. €). Hieraus ergab sich eine Umsatzrendite von 14,3 % (2011: 17,9 %). Die erwartete Verschlechterung der Umsatzrendite ist im Wesentlichen auf eine niedrigere Fixkostenabsorption zurückzuführen. Die Kapazitätsauslastung lag 2012 unterhalb des sehr hohen Vorjahresniveaus, da GMS die Produktion an den niedrigeren Auftragseingang angepasst hatte. GMS konnte in 2012 Einsparungen aus der SGL Excellence Initiative von rund 9 Mio. € realisieren.

Carbon Fibers & Composites (CFC): Belastungen durch Projektanpassungen
Der Umsatz im Geschäftsfeld CFC lag in 2012 mit 277,2 Mio. € um 26 % über dem Vorjahreswert (2011: 220,2 Mio. €). Hierin enthalten ist der erstmalige Umsatzbeitrag der im April 2012 akquirierten portugiesischen Fisipe von 81,1 Mio. €. Das Umsatzwachstum wurde teilweise aufgezehrt durch die Wertberichtigungen aus Projektanpassungen im Geschäftsbereich Aerostructures (AS), die den Umsatz um 32,5 Mio. € verringerten. Bereinigt um diese beiden Effekte wurde bei CFC ein Umsatzwachstum von 4 % erzielt, das auf den höheren Umsatz des Geschäftsbereichs Rotor Blades (RB) gegenüber der schwachen Vorjahresperiode zurückzuführen war und teilweise durch niedrigere Umsätze unserer Geschäftsbereiche Carbon Fibers & Composite Materials (CF/CM) und Aerostructures (AS) aufgehoben wurde.

Das Ergebnis des Geschäftsfeldes wurde im Berichtsjahr stark geprägt von der nicht zahlungswirksamen Wertberichtigung aus Projektanpassungen, in Höhe von 54,2 Mio. € im Geschäftsbereich Aerostructures (AS). In diesem Geschäftsbereich werden in großem Umfang Boeing 787-Strukturbauteile für Tier-1 Zulieferer von Boeing gefertigt. Die Abwertung wurde nach IFRS-Regeln im Wesentlichen aufgrund der wiederholten Verschiebungen der Produktion und Auslieferungen der Boeing 787 (Dreamliner) sowie aufgrund der Verschiebung von Produktionsvolumina der Boeing 787-8 Variante zugunsten der Boeing 787-9 notwendig. Entsprechend mussten Abwertungen auf Verträge vor allem für die Fertigung von Boeing 787-8 Komponenten vorgenommen werden. Im Rahmen vertraglicher Rechte und der Praxis in der Luftfahrtindustrie hat die SGL Group gegenüber einem der Kunden Ersatzansprüche geltend gemacht. Mögliche künftige Ersatzleistungen würden Verluste im Rahmen dieses Vertrags verringern, können aber gemäß IFRS erst erfasst werden, wenn diese Zahlungen als sicher gelten. Boeing hat höhere Produktionsvolumina für die Boeing 787-9 Variante angekündigt, um die reduzierte Produktion der Boeing 787-8 Variante zu ersetzen. Vor diesem Hintergrund wird ein teilweiser Ausgleich durch höhere Produktionsmengen von Komponenten für die Boeing 787-9 Variante erwartet, die sich aber erst künftig in Erträgen niederschlagen können.

Vor Wertberichtigungen betrug das EBIT im Geschäftsfeld CFC minus 39,2 Mio. € (2011: minus 16,9 Mio. €). Das geringere operative Ergebnis ist zurückzuführen auf die weiter negative Ertragssituation des Wind-/Rotorblattgeschäfts sowie auf die niedrige Kapazitätsauslastung im Carbonfaserbereich. Darüber hinaus haben die genannten Verschiebungen bei den Auslieferungen der Aufträge für die Boeing 787 und den Joint Strike Fighter zu einer unbefriedigenden Kapazitätsauslastung im Geschäftsbereich AS geführt. Die Kosteneinsparungen aus der SGL Excellence Initiative beliefen sich 2012 auf etwa 7 Mio. €.

Der nicht im konsolidierten Konzernumsatz der SGL Group enthaltene Umsatz für die At-Equity bilanzierten Beteiligungen innerhalb des Geschäftsfelds CFC stieg um 26 % auf 149,5 Mio. € (2011: 119,0 Mio. €, jeweils 100 % der Werte der Gesellschaften).

Ausblick: 2013 von konjunkturellen Unsicherheiten geprägt
Die konjunkturellen Unsicherheiten erschweren eine konkrete Prognose für 2013. Dennoch rechnet die SGL Group für das Geschäftsjahr 2013 mit einer leichten Steigerung im Konzernumsatz gegenüber 2012. Bei PP wird mit leicht höheren Umsätzen gerechnet, wobei das Vorjahr positiv geprägt war von einer einmaligen Endabrechnung eines langfristigen Liefervertrages. Aufgrund des niedrigeren Auftragseingangs erwartet der Geschäftsbereich GMS ein eher schwaches erstes Halbjahr und eine Belebung frühestens ab dem vierten Quartal. Dennoch wird mit einem stabilen Umsatz im Vergleich zum Rekordniveau des Geschäftsjahres 2012 gerechnet. Das Geschäftsfeld CFC erwartet moderate Umsatzsteigerungen, ohne dass jedoch mit einer generellen Trendwende in den wichtigen Absatzmärkten der Windenergie und Luftfahrtindustrie gerechnet wird.

Das EBITDA in den Geschäftsfeldern PP und GMS wird unter den Vorjahreswerten liegen, da PP im Jahr 2012 von der einmaligen Endabrechnung eines langfristigen Liefervertrags profitiert hat und GMS von der weiterhin verhaltenen Entwicklung in der Solar-, Halbleiter- und LED-Industrie betroffen ist. Bei CFC geht das Unternehmen von einer moderaten Verbesserung im EBITDA aus, die jedoch nicht ausreichen wird, um den erwarteten Ergebnisrückgang bei PP und GMS zu kompensieren. Insgesamt dürfte das Konzern-EBITDA 2013 rund 10-15 % unter dem Vorjahrswert (2012: EBITDA: 239,7 Mio. € vor Wertberichtigungen) liegen.

Der im Vergleich zum Vorjahr verringerte Investitionsbedarf wird aus dem operativen Cashflow gedeckt werden können, sodass die SGL Group unverändert an ihrem Ziel festhält, ab dem laufenden Geschäftsjahr wieder einen positiven Free Cashflow (vor Akquisitionen) zu erwirtschaften und den Verschuldungsgrad bei etwa 0,5 zu halten.

Die SGL Group geht angesichts der intakten Fundamentaltrends unverändert von einem mittel- bis langfristig profitablen Wachstum aus, insbesondere bei der Materialsubstitution durch Carbonfasern und Composites sowie dem verstärkten Einsatz der Produkte des Unternehmens in der Energietechnik und der großen Chancen zum Beispiel in der Automobilindustrie.

Weitere Informationen zur SGL Group und den Bericht zum Geschäftsjahr 2012 können im Internet unter: www.sglgroup.com abgerufen werden.

 

Wichtige Kennzahlen der SGL Group
(in Mio. €)

 Gesamtjahr 2012Gesamtjahr 2011Veränderung
Umsatz1.709,11.540,211,0 %
Bruttoergebnis vom Umsatz443,31419,05,8 %
EBITDA2239,7231,73,5 %
Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereffekten²154,2160,4-3,9 %
Betriebsergebnis (EBIT)100,0165,5-39,6 %
Umsatzrendite (ROS)39,0 %10,4 %-1,4 %-Pkt.
Vermögensrendite (ROCE)8,9 %10,0 %-1,1 %-Pkt.
Ergebnis vor Ertragssteuern9,783,7-88,4 %
Periodenergebnis der Anteilseigner des Mutterunternehmens7,273,2-90,2 %
Ergebnis je Aktie, unverwässet (in €) 0,101,09-90,8 %
Dividende je Aktie0,2040,20-

 31. Dez. 201231. Dez. 2011Veränderung
Bilanzsummer2.560,02,271,312,7 %
Eigenkapital der Anteilseigner1.066,11.041,12,4 %
Nettofinanzschulden459,3343,333,8 %
Verschuldungsgrad (Gearing)50,430,33-
Eigenkapitalquote641,6 %45,8 %-4,2 %-Pkt.
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen133,5138,8-3,8 %
Free Cashflow-80,0-33,1-
Mitarbeiter6.6866.4473,7 %

1 Vor Wertberichtigung von -54,2 Mio. €
2 Vor Projektanpassung von -54,2 Mio. € in 2012 und vor Wertaufholungen und Wertminderungen von +5,1 Mio. € in 2011
3 EBIT zu Umsatz (vor Projektanpassung in 2012 und vor Wertaufholungen und Wertminderungen in 2011)
4 Vorschlag für Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2012
5 Nettofinanzschulden zu Eigenkapital der Anteilseigner
6 Eigenkapital der Anteilseigner zur Bilanzsummer

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